pH-Wert – Ein Wolf im Schafspelz

Bereits kleine Änderungen im pH-Wert beeinflussen das Leben im Teich deutlich. Und vom pH-Wert hängen viele biologische und chemische Prozesse ab.

Damit wir das System Gartenteich und das Wasser besser verstehen, ist eine grundlegende Kenntnis der wichtigsten Wasserparameter unerlässlich. Nach dem Motto „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ sollte man die wichtigsten Wasserwerte immer im Blick haben.


 

Dies ist ein Gastbeitrag von Dipl. Biologe Christian Homrighausen, wissenschaftlicher Berater der Lavaris Lake GmbH

Die nötigen Kenntnisse sind nicht schwer zu begreifen. Gerade das frühzeitige Erkennen von Veränderungen macht Steuerungen einfacher.

Schließlich überprüfen wir auch bei unserem Auto den Benzinstand, die Ölmenge und den Reifendruck, damit wir später keine Überraschungen erleben…

Ein Wolf im Schafspelz: der pH-Wert

Dieser Wasserwert ist ein echter Schurke: Man kann ihm nicht trauen, er ist wechselhaft und Schwankungen sind gefährlich für den ganzen Gartenteich. Der pH-Wert ist ein Maß für die Menge an Säure oder Lauge in einem Gewässer und wird auf einer Skala zwischen 0 und 14 dargestellt.

Der Neutralpunkt liegt bei 7. Bei einem Wasser mit niedrigerem pH-Wert spricht man von saurem Wasser und bei höheren Werten von basischem Wasser.

Alles sieht einfach und verständlich aus, aber bereits kleine Änderungen im pH-Wert beeinflussen das Leben im Teich deutlich. Und vom pH-Wert hängen viele biologische und chemische Prozesse ab.

Ganz wichtig: Der pH-Wert ist das Ergebnis einer Umrechnungsformel. In der Formel, die den pH-Wert errechnet, ist ein Zehnerlogarithmus enthalten. Das bedeutet, dass ein pH-Sprung den Faktor 10 in der Säurekonzentration ausmacht.

Ein Wasser mit einem pH von 7 enthält also 10 Mal mehr Säure als bei einem pH von 8 und sogar 100 mal mehr als ein Wasser mit einem pH von 9 (10 x 10 = 100).

Kleine Änderungen auf der pH-Skala sind für den Gartenteich also gravierend! In Gewässern mit einer ausreichend hohen Karbonathärte liegt der pH-Wert beim sogenannten Gleichgewichts-pH-Wert von 8,3 (im leicht alkalischen Bereich).

pH-Wert immer abends Messen!!

Den pH-Wert misst man am besten abends, denn durch den Stoffwechsel der Wasserpflanzen und Algen steigt der pH-Wert tagsüber an und fällt nachts wieder ab.

Ein mittags gemessener pH-Wert von 8,2, der sich eigentlich als perfekt darstellt, kann bei niedriger Karbonathärte abends auf über 9 ansteigen. Was passiert, wenn der pH-Wert schwankt, sehen Sie in der unten dargestellten Abbildung.


 


Ob ein Wasser durch ausreichend Karbonathärte gut gepuffert ist, bedeutet einen großen Unterschied bei den normalen täglichen pH-Schwankungen.

Die grüne Kurve zeigt ein gut gepuffertes Wasser. Der maximale Unterschied beträgt etwa 1,3 pH-Einheiten, also liegen morgens etwa 17 Mal mehr Säuren vor als am Abend.

Bei der blauen Kurve liegen mehr als drei pH-Einheiten zwischen den pH-Werten, was bedeutet, dass bei einem ungepufferten Wasser morgens mehr als 1.000 Mal (10 x 10 x 10) mehr Säuren vorliegen.

Viele Arten von Zoo- und Phytoplankton und auch Mikroorganismen können diese großen Schwankungen nicht verkraften und es kommt zu einem Einbruch der relativen Artenvielfalt.

Folge: Algenvermehrung

Einzelne Algenarten können sich jetzt massenhaft vermehren, da Nahrungskonkurrenten fehlen und gleichzeitig die komplette Menge an Nährstoffen verfügbar ist.

Ein stark pendelnder pH-Wert kann auch eine Verschlammung des Gartenteiches herbeiführen. Wenn das Phyto- und Zooplankton schneller als normal abstirbt, bilden sich organische Ablagerungen, die durch die ebenfalls nicht optimal funktionierenden Mikroorganismen nicht schnell genug abgebaut werden können.

Wie kann man pH-Wert und Karbonathärte stabilisieren?

Wichtig ist zuerst ein Füllwasser, welches genügend Karbonathärte besitzt. Regenwasser ist ungeeignet und sollte aufbereitet werden.


 

Exkurs Regenwasser 

Regenwasser hat zwei schwerwiegende Nachteile:

  • Es enthält keine Karbonathärte und ist somit absolut ungeeignet für eine funktionierende Teichbiologie.
  • Zudem ist es auch stark durch die aus der Luft ausgewaschenen Schadstoffe und/oder Schmutz von den Auffangflächenbelastet.Falls Regenwasser verwendet wird, sollte es unbedingt aufbereitet werden.

Karbonathärte kann durch kalkhaltiges Granulatmaterial ergänzt werden oder direkt dem Wasser als Calciumhydrogencarbonat zugegeben werden.

Die Nachteile sind aber, dass bei dem Füllmaterial die Effekte nur schwer zu steuern sind und dass reine KH-Produkte schnell von den biologischen Prozessen verbraucht werden können.

Das einzige langfristig funktionierende System ist ein patentiertes Verfahren, bei dem ein mineralisches Pulvergemisch aus wasseridentischen Inhaltsstoffen dem Wasser zugegeben wird.

Die 5 Eigenschaften von OptiLake

Das OptiLake von Lavaris Lake hat fünf Eigenschaften, die direkt nach der Zugabe die Wasserchemie nachhaltig und vor allen Dingen komplett umweltfreundlich steuern:

  • Die KH wird angehoben.
  • Die KH wird gleichzeitig auch nachgeliefert – ein wichtiger Unterschied zu anderen KH-Produkten.
  • Der pH-Wert wird auf den Gleichgewichts-pH von 8,3 eingestellt.
  • Huminsäuren werden ausgefällt.
  • Schwermetalle werden ausgefällt.

Daraus resultieren viele positive Veränderungen im Wasserkörper, wie zum Beispiel die bessere Funktion der Mikroorganismen in den Regenerationsbereichen, die jetzt besser mit Kohlenstoff versorgt werden und gleichzeitig weniger unter Schwermetallen und Huminsäuren leiden.

Sichttiefe nimmt automatisch zu

Auch die Menge an Zooplankton, wie zum Beispiel Wasserflöhe und andere Kleinkrebse, steigt drastisch an. Diese Filtrierer reduzieren unter anderem die Schwebealgen, so dass die Sichttiefe automatisch zunimmt.

Auf uns Menschen übertragen könnte man sagen, dass eine Anwendung mit OptiLake für das System Schwimmteich so ist, als würden wir nach einem Sommergewitter auf die Terrasse treten, tief Luft holen und anschließend sagen: „Was für eine gute Luft“.


 


Herr Homrighausen ist wissenschaftlicher Berater der Lavaris-Lake GmbH, den Gewässerspezialisten aus Hof (Bayern). 

Er ist von Hause aus Biologe mit dem Schwerpunkt Fisch-Parasitologie und ist seit 15 Jahren in den Bereichen Gartenteich, Aquaristik und Terraristik tätig.

Das nebenstehende Bild entstand bei einer Teichsanierung in Dubai, in der die Lavaris-Produkte selbst bei Temperaturen von über 40 Grad ihre Wirksamkeit eindrucksvoll unter Beweis stellten.

Links auch zwei große Behälter OptiLake, mit denen der pH-Wert stabilisiert wurde.


 

Ich danke Herrn Homrighausen für diesen sehr informativen Beitrag.

Jürgen Saladin
www.teichreport.de

3 Antworten

  1. Ich habe bei meinen Teich einen ph-test gemacht welche Werte sind normal?

    Lg.

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