Irrungen und Wirrungen eines Teichbesitzers – Vom Hauptproblem Nr. 1: Algen, einer kompletten Teichsanierung und 600 staunenden Besuchern in einer Stunde!!

Dies ist ein Gastbeitrag von Teichreportleser Gerhard Glombiewski, seit 1986 Teichbesitzer (Naturteich, ca. 50 m³)

Und so fing alles an…

Auf unsere Bitte auf Facebook ein „Teichreport-Fan“ zu werden, schrieb mir Herr Glombiewski, er sei kein Freund solcher Plattformen. Allerdings würde er unsere Firma bei „Tag der offenen Gärten“ empfehlen und schickte mir darüber auch eine Online-Präsentation und einen Erfahrungsbericht zu.

Ich war sofort begeistert und fragte ihn, ob wir diese Präsentationen auch den Teichblog-Lesern zur Verfügung stellen könnten. Er stimmte zu!!

Teichreport-Leser Gerhard Glombiewski aus Dortmund hat sich sehr viel Mühe gemacht und uns für diesen Blog-Beitrag umfangreiches Text und Bildmaterial zur Verfügung gestellt.

Herzlichen Dank!!

Facebook nein!!

Gartenteich jaaa!!

Gerhard Glombiewski in seinem Element…


Irrungen und Wirrungen eines Teichbesitzers

Als ich 1986 meinen Teich plante, ging ich blauäugig (oder besser „grünäugig“?) davon aus, dass ein Teich nur groß (meiner ca. 50 qm) und tief (in der Mitte ca. 1,60 m) genug sein und genügend Unterwasser- und Schwimmpflanzen enthalten muss, um sich selbst regulieren können (wie in einem natürlichem Biotop).

Die Wirklichkeit korrigierte aber im Lauf der Zeit meine theoretischen Grundkenntnisse als Biologielehrer:

  • es war schnell zu beobachten, dass ein Großteil der teuer eingekauften Pflanzen einging.
  • die einheimische Seerose NYMPAEA ALBA aber bedeckte mit ihren Schwimmblättern fast die gesamte Teichoberfläche. Die einzige Pflanze war nicht in einem Korb „eingezäunt“ sondern wurzelnackt in den Teichboden aus Sand gesteckt worden.
  • die ebenfalls frei eingesetzten Gräser, Seggen, Rohrkolben u. a. an der beschatteten Längsseite des Teiches verwuchsen zu einem undurchdringlichen Filz, der immer tiefer in den Teich reichte (Verlandung bis heute ca. 1 m)
  • der restliche Teichrand (dem damaligen Kenntnisstand entsprechend konstruiert) wurde vom Land her überwuchert. Die Pflanzen wuchsen in den Teich hinein und saugten viel Wasser ab.

Als Hauptfehler erwies sich aber im Lauf der Jahre, dass die vergilbten und schließlich verfaulenden Seerosenblätter auf den Boden fallen „durften“ und dort eine bis 50 cm dicke stinkende schwarze Faulschlammschicht bildeten.

Bei der nächsten Frühjahrszirkulation des Wasser kamen dadurch Unmengen an Nährsalzen nach oben und ermöglichten ein starkes Algenwachstum (ganze Nester an Fadenalgen, Wassertrübung durch Schwebalgen, Algenüberzug auf allen Gegenständen im Wasser durch Pelzalgen u. a ).

Erste Lösungsversuche…

Die daraufhin eingesetzte Pumpe mit Druckfilter war wohl zu klein dimensioniert, konnte aber immerhin die Trübung zurückdrängen. Ärger gab es immer wieder mit der Haltbarkeit der Pumpen (aus Baumärkten): sie hielten meist nur 2 Jahre. Besonders schlimm hatte sich einmal ein Kurzschluss in der Pumpe ausgewirkt. Viele Teichfrösche trieben am Morgen bäuchlings tot an der Wasseroberfläche.

Ich habe vieles ausprobiert, wenn auch mit nur geringem Erfolg. Schließlich verfiel ich auf die Idee, pflanzen(algen)fressende Fische wie ca. 15 kleine Karauschen und 2 ca. 15 cm große Graskarpfen einzusetzen. Sie schafften es auch, die Fadenalgen zu verdrängen, gingen aber danach an alles, was grün war.

Jede Pflanze, die meine Frau mal zum Wässern an den Teichrand stellte, war am nächsten Morgen kahl gefressen. Die Graskarpfen waren mittlerweile unterarmlang und –dick geworden. Herausfangen konnte man diese scheuen und schnellen Schwimmer nicht. Es blieb nur, den Teich abzulassen und die Fische in den Resttümpeln per Hand zu fangen.

Komplette Teichsanierung…

Ich nutzte die Gelegenheit zu einer Generalüberholung des Teiches: Eimer für Eimer wurde der stinkende Faulschlamm herausgehoben, bis nur noch ein nicht mehr fassbarer Teil zwischen den vielen verzweigten Rhizomen verblieb. Manche Rhizome (insbesondere von der Teichrose oder Mummel) waren so dick, dass ich sie mit einer Handsäge ablösen musste.

Der Teichrand wurde von Pflanzen befreit und mit Natursteinplatten belegt. Damit war die Saugbrücke unterbrochen. Von einer kleinen Anhöhe aus baute ich einen 4 m langen Wasserlauf mit Kaskaden. Hinter der Anhöhe sind jetzt zwei Filteranlagen versteckt (der alte Druckfilter und ein neuer offener Filterkasten mit UV-Lampe), die von zwei starken Pumpen versorgt werden.

Dazu wurden von jetzt an alle vergilbten Seerosenblätter herausgefischt bzw. bei einem Gang durch das Wasser abgepflückt (meist 5 x im Jahr). Die Gesamtmenge pro Jahr füllt etwa einen Komposter von 1 Meter Kantenlänge. Die nicht vermeidbare Aufwirbelung des Bodenschlammes musste ich dabei in Kauf nehmen.

Die ständig laufenden Filteranlagen, die regelmäßige Reinigung der Filtermatten und der Einsatz eines Schlammsaugers für den Uferbereich und den Steilabfall zur Mitte führten dazu, dass der Teich außerhalb der „Frühsommerblüte“ einigermaßen sauber erschien. Zumindest war das der Eindruck bei den vielen Gartenbesuchern, unter denen auch zahlreiche Teichbesitzer waren. Fast jeder klagte über ein Algenproblem.

Teich-Problem Nr. 1: Algen!!

Am traurigsten war der Bericht über eine umfangreiche Sanierung mit völliger Leerung des Teiches. In einem Gartencenter riet man dem Mann nun, den Teichboden mit einer Schicht Lehmboden zu bedecken. Nach der Neubefüllung und Neubepflanzung des Teiches fuhr die Familie in den Urlaub. Bei der Rückkehr waren Teich und Filteranlage verstopft mit Fadenalgen. Der Mann war ratlos.

Und dann entdeckte ich Anfang 2010 durch Zufall die Internetpräsenz der Firma Kübler und die dort angebotenen Lavaris-Produkte. Die Beschreibung ihrer Wirksamkeit und die begleitenden Informationsmaterialen haben mich so überzeugt, dass ich gleich eine größere Menge der verschiedenen Produkte bestellte.

Biologische Reinigung durch Mikroorganismen

Zunächst bekämpfte ich erfolgreich alle Fadenalgennester (auch die am Boden) mit AlgoLon, dann die Schwebalgen mit AlgoClear. Dabei fielen so große Mengen an organischen Schwebstoffen an, dass die Filtermatten täglich gereinigt werden mussten und wöchentlich mindestens einmal der Schlammsauger eingesetzt werden musste.

Die großen Mengen an Nährsalzen wurden durch Zugabe von SeDox erfolgreich gebunden. Nach einigen Wochen geduldiger Schlammarbeit (unterstützt durch SiltEx) war der Teich von einer nur selten erlebten Klarheit. Der Blick war frei bis auf dem Teichboden. Erst danach habe ich die Teichwerte überprüft und das Karbonatdepot durch OptiLake aufgefüllt.

Staunende Besucher am Gartenteich…

Die Gartenbesucher dieses Jahres (am Tag der offenen Gärten 2010) standen nur kopfschüttelnd am Teichrand und staunten über die am Teichboden erkennbaren Frösche und Fische.


600 Besucher in 6 Stunden

Herr und Frau Glombiewski haben alle Hände voll zu tun und reden sich die „Lippen fusselig“…

Alle Bilder in der Online-Präsentation Gartentraum – Traumgarten von Gerhard Glombiewski (Link unten)


Die zahlreichen Gespräche machten aber auch schnell klar, dass viele Teichbesitzer die Komplexheit der biologisch-chemischen Vorgänge nicht durchschauten und bestimmte Fehlvorstellungen hatten:

  • Die Filterwirkung erklärte man sich so, dass die Filtermatten die Trübstoffe aus dem Wasser herausfiltern, und damit sind die Stoffe weg.Erst durch meinen Hinweis auf die Algenbildung im Bachlauf dämmerte es einigen, dass da ja noch etwas herauskam, was das Wachstum der Algen ankurbelte (Nährsalze).
  • Die Erklärung für die Massenentwicklung der Algen suchte man bei den Tieren (insbes. bei den Fischen) und diffus bei der Wasserqualität. Der Zusammenhang zwischen Bodenschlamm – Frühjahrszirkulation – Nährsalzangebot und Algenwachstum war meist nicht bekannt.Dass das „reine“ Trinkwasser durch seine Phosphate düngend wirkt, wurde nur ungläubig zur Kenntnis genommen.
  • Viele Teichbesitzer äußersten sich sehr skeptisch gegenüber dem Einsatz der Lavaris-Produkte. Für sie war das „Chemie“, vergleichbar dem Spritzen von Pestiziden im Garten. Sie wollten es „biologisch“ in den Griff bekommen.Diese grundsätzliche Einstellung konnte nur ansatzweise aufgeweicht werden, wenn man zugab, dass der Einsatz dieser Mittel die letzte Möglichkeit für einen stark durch Nährstoffe belasteten Teich ist.

Da staunt der Fachmann:

Glasklares Teichwasser bis auf den Grund.

Da gibt es richtig was zu sehen – und alles mit Hilfe von biologischen Mikroorganismen, die natürliche Mechanismen zur Reinigung und Stabilisierung des Teichwassers wieder in Gang setzen.


4-seitiges Infoblatt

Um nicht immer wieder bei weiteren Gartenbegehungen das Gleiche erzählen zu müssen, habe ich ein 4-seitiges Infoblatt (mit anhängender Karte der Lavaris-Produkte) entwickelt. Jeder Interessierte erhält ein solches Info.

Trotz Unterscheidung von Hintergrundwissen und praktischen Ratschlägen bin ich mir nicht sicher, ob dies umgesetzt werden kann. Bislang gab es nur vereinzelte, aber dann positive Rückmeldungen.

Gerhard Glombiewski, Dortmund


Umfangreiches Teich-Info-Material

Hier nun die umfangreichen Informationen, die Herr Glombiewski Ihnen zur Verfügung stellt. Ich habe Ihnen alles als PDF abgespeichert und online gestellt, damit Sie sich die Berichte in Ruhe anschauen und bei Bedarf auch ausdrucken können.

1. „Irrungen und Wirrungen eines Teichbesitzers“
Persönlicher Erfahrungsbericht von Herrn Glombiewski 

>> Hier klicken zum Lesen oder ausdrucken


2. „Harmonie pur im Dortmunder Süden“
Text aus den Gartenbildband „Blühendes Ruhrgebiet“ (ISBN 3874634558 – 179 Seiten) über den Garten von Familie Glombiewski von der international bekannten Fotografin Ursel Borstell. 

>> Hier klicken zum Lesen oder ausdrucken


3. „Probleme im Gartenteich“
4-seitiges Infoblatt von Gerhard Glombiewski für seine Besucher am „Tag der offenen Gärten“ – eine Übersicht für Teiche als Biotope 

>> Hier klicken zum Lesen oder ausdrucken


4. „Multi-Media-Präsentation „Gartentraum-Traumgarten“
Wandeln Sie durch den Garten der Familie Glombiewski und genießen Sie ihn!! 

  • Vom Erwerbs- zum Traumgarten
  • Unser Teich entsteht
  • Offene Gartenpforte Juni 2007
  • Offene Gartenpforte Mai 2008
  • Offene Gartenpforte Juni 2008
  • Highlights im Garten
  • Unser Garten in der Presse

>> Hier klicken um Präsentation anzuschauen

(Erst einloggen als Gast mit dem Passwort „hombruch“)


Ich danke Herrn Glombiewski für die schönen Bilder und seine Erlaubnis, diesen Beitrag in Teichreport’s Blog zu veröffentlichen.

Jürgen Saladin www.teichreport.de


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Eine Antwort

  1. […] Bernd Gollers – Von „Kalle dem Karpfen“ und „einer 50 Liter Tonne“ >> Gerhard Glombiewski – Irrungen und Wirrungen eines Teichbesitzers >> Sybille Kinne – Ich habe wieder einen wunderbar klaren Teich >> Peter Mayer […]

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