Teichschlamm – Wie entsteht Teichschlamm? – Warum ist Teichschlamm so gefährlich für einen Gartenteich?

Zuviel Teichschlamm im Gartenteich ist schädlich und sollte rechtzeitig entfernt werden. Das weiß jeder Teichbesitzer. Doch warum ist das so? Wie entsteht überhaupt Teichschlamm?

Merke: Schlamm ist ein Nährstoffkonzentrat (die alten Ägypter haben mit dem Nilschlamm die Felder gedüngt), weshalb eine Kontrolle der Schlammmenge sehr wichtig ist.

So entsteht Teichschlamm

In den warmen Monaten sinken abgestorbene Algen auf den Teichboden und bilden zusammen mit anderen abgestorbenenn Organismen, Laub, Pflanzenresten, Pollen oder Fischkot eine lockere Schicht  (= Teichschlamm).

Mikroorganismen bauen nun diesen Teichschlamm wieder ab, so dass normalerweise ein Gleichgewicht zwischen Aufbau des Schlamms und dessen Abbau entsteht.

Wissenschaftlich nennt man das Ablagern von Teilchen in einer Flüssigkeit durch die Schwerkraft „Sedimentation“. Deshalb werden die Ablagerungen auf dem Teichboden auch als Sediment bezeichnet.


Eine Verschlammung des Teichbodens sollte unbedingt verhindert werden

Wenn nun die Mikroorganismen die Biomasse auf dem Teichboden nicht mehr verarbeiten, oder besser „verstoffwechseln“ können, kommt es zwangsläufig zu einer Verschlammung des Gartenteichs.

Ein sicheres Zeichen, dass Stoffwechselabläufe und Kreisläufe nicht mehr optimal funktionieren.

Ursache der zu großen Biomasse sind oftmals Algenblüten, verursacht durch zu hohen Fischbesatz, hohe pH-Wert-Schwankungen und dem damit verbundenen Absterben vieler Organismen.

Viele Teichbesitzer können schon seit Jahren nicht mehr auf Grund Ihres Teiches schauen und wundern sich dann bei einer groß anlegten Säuberungsaktion über die gewaltigen und gefährlichen Schlammablagerungen in ihrem Teich.

Teichschlamm – zuviel ist schädlich

Nahezu alle Lebewesen benötigen Sauerstoff zum Atmen. Landlebewesen können ihren Sauerstoffbedarf ausschließlich aus der Luft decken, die mit ca. 21 % immer reichlich Sauerstoff enthält.

Wasserbewohnern im Gartenteich steht dagegen nur der im Wasser gelöste Sauerstoff zur Verfügung, der selten Werte über 12 mg/l erreicht. Dieser Wert entspricht ca. 0,0012 % des Gesamtgewichts. Im Vergleich zur Luft ist das extrem wenig.

Um Teichschlamm durch Mikroorganismen abzubauen ist Sauerstoff nötig. Ist nun in einem Teich eine sehr starke Schlammschicht vorhanden, etwa weil seit Jahren nicht mehr gereinigt wurde, ist dies sehr schlecht für die gesamte Teichbiologie.

Denn in den tieferen Bereichen des Schlamms ist nicht genügend Sauerstoff vorhanden, so dass dort kein Schlamm abgebaut wird. Dies wiederum kann zur Bildung von Faulgasen führen.


Das ist unnötig: abgestorbene Pflanzenreste, Blätter, Laub, Äste etc. ,
die sich auf dem Teichgrund ablagern und zu übermäßigen und
schädlichen Schlammablagerungen führen…

Teichschlamm entfernen im Herbst

Die beste Zeit um Teichschlamm zu reduzieren ist der Herbst, denn gerade in der kalten Jahreszeit ist ein ausreichender Sauerstoffgehalt auf dem Teichboden wichtig. Fische und Insekten überwintern dort und verbrauchen zusammen mit den Mikroorganismen den Sauerstoff.

Je mehr Teichschlamm vorliegt, desto größer ist die Sauerstoffzehrung im Winter!

Durch Fäulnisprozesse in den untersten Schichten kann das Teichwasser anfangen trübe zu werden und im Extremfall sogar unangenehm riechen. Durch die rücklösenden Phosphate und Stickstoffe wird wieder „Nahrung“ für die Algen freigesetzt.

Dies führt in der Regel zu vermehrtem Algenwachstum, vor allem zu Beginn der Teichsaison im nächsten Frühjahr.

Ein mit Sauerstoff gesättigtes Wasser ist daher lebenswichtig für alle Bewohner eines Gartenteichs. Dicke, unansehnliche Schlammschichten auf dem Teichboden wirken genau in die entgegengesetzte Richtung.

Idealerweise vermeidet der clevere Teichbesitzer übermäßige Schlammentwicklung schon in der Entstehung (optimales Teichwasser, Skimmer, Filter, etc.). Hat sich aber schon eine größere Schlammschicht gebildet, sollte man jetzt im Herbst gezielt Gegenmaßnahmen ergreifen.

Jürgen Saladin

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