Sauerstoffmangel im Gartenteich – Ursachen, Gefahren und Gegenmaßnahmen von Sauerstoffmangel in Teichen erläutert Diplom-Biologe Dr. Herbert Rehms im Experten-Interview bei Oase TV

Diplom-Biologe Dr. Herbert Rehms – Experte für Mikrobiologie, Biochemie und Wasseranalytik – gibt in diesem Experteninterview von Oase TV einen umfassenden Überblick über die Problematik von Sauerstoffmangel in einem Gartenteich

Insbesondere erklärt er Ursachen und Gefahren von Sauerstoffmangel in Teichen.

Ausführlich erläutert er Möglichkeiten, die Ihnen, als engagierten Teichbesitzer zur Verfügung stehen, um Ihren Gartenteich ganzjährig  mit dem lebensnotwendigen Sauerstoff zu versorgen.



Das komplette Interview zum Nachlesen:

Frage Frau Fischer:
Dr. Rehms, Sauerstoff ist für den Gartenteich ebenso wichtig wie für uns die Atemluft. Warum?

Antwort Dr. Herbert Rehms:
Ja, alle Organismen brauchen Sauerstoff. Wir nehmen den aus der Atemluft. Da ist er reichlich vorhanden. Etwa 30% der Luft besteht aus Sauerstoff.

Die Teichorganismen müssen den Sauerstoff aus dem Wasser nehmen. Da ist Sauerstoff aber eigentlich immer Mangelware – maximal 10 bis 12 Milligramm je nach Temperatur kann Wasser an Sauerstoff aufnehmen.

Dazu kommen noch große Schwankungen im Sauerstoffgehalt, dadurch daß Sauerstoff teilweise verbraucht wird und daß – beispielsweise durch grüne Pflanzen und Algen regelmäßig wieder Sauerstoff nachliefert wird.

Frage Frau Fischer:
Diese Produktion durch die grünen Pflanzen – reicht die schon schon aus für die Sauerstoffproduktion?

Antwort Dr. Herbert Rehms:
Nein, die reicht auf gar keinen Fall. Die Teichbepflanzung sorgt tagsüber hervorragend für die Sauerstoffproduktion. Dies kann dazu führen, daß Übergehalte von 150% bis 200 % Sauerstoff  im Wasser gemessen werden können.

Aber dies kann nur passieren, so lange es hell ist, also so lange wie die Algen und Pflanzen ausreichend Licht haben für ihre Photosynthese.

Nachts, wenn kein Licht vorhanden ist, fällt die Photosynthese komplett weg und auch diese Organismen brauchen jetzt Sauerstoff wie alle anderen.

Das kann dazu führen, daß am frühen Morgen beispielsweise nicht mehr ausreichend Sauerstoff da ist und es zu einem Fischsterben kommt.


interview oase tv algen im gartenteich dr. herbert rehms und juergen saladin
Dr. Herbert Rehms und Jürgen Saladin nach einem Vortrag
über mikrobiologische Vorgänge in einem Gartenteich


Frage Frau Fischer:
Spätestens da muß ich also aktiv werden. Wie kann ich denn als Teichbesitzer konkret sicher stellen, daß ausreichend Sauerstoff vorhanden ist?

Antwort Dr. Herbert Rehms:
Grundsätzlich sollte man schon bei der Anlage eines Gartenteiches darauf achten. Wenn ich beispielsweise Fische halten will, gehört es zu einer artgerechten Haltung dazu, daß das Wasser ständig mit Sauerstoff versorgt wird.

Das passiert auf zwei verschiedene Arten grundsätzlich. Das eine ist – wie bei einem OxyTex beispielsweise – daß Luft in das Wasser hinein gepumpt wird. Dadurch, daß das Wasser in viele kleine Bläschen zerschlagen wird, hat man eine große Austauschoberfläche und das Wasser wird ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Die andere Möglichkeit ist es, das Wasser an die Luft zu bringen. Dies passiert in Filtersystemen, über einen Bachlauf oder über eine Springbrunnenanlagen. Dadurch kann man dann über 24 Stunden am Tag für ausreichend Sauerstoffgehalt  sorgen.


interview oase tv algen im gartenteich
Dipl. Biologe Dr. Rehms im Interview bei Oase TV


Frage Frau Fischer:

Hat Sauerstoff in Wasser Besonderheiten, die ich als Teichbesitzer unbedingt kennen muß?

Antwort Dr. Herbert Rehms:
Ja, da gibt es ein paar ganz gemeine Sachen. Zum Beispiel ist die Wasserlöslichkeit von Sauerstoff im Wasser temperaturabhängig.

Kaltes Wasser kann relativ große Mengen Sauerstoff lösen. Je wärmer das Wasser wird, um so weniger Platz ist sozusagen für den Sauerstoff da.

Das Gemeine an dieser Sache ist folgendes: Je wärmer es wird, desto mehr Sauerstoff brauchen die Organismen. Der Stoffwechsel läuft dann auf Hochtouren und dann wird am meisten Sauerstoff verbraucht.

Also ist es im Sommer ganz wichtig, diese Belüftungsanlagen 24 Stunden Tag und Nacht laufen zu lassen und auch dafür zu sorgen, daß das Wasser nicht zu warm wird.

Fazit: Es gibt also auch beim Thema Sauerstoff im Gartenteich eine ganze Menge zu beachten. Als Teichbesitzer ist es wichtig zu wissen, daß alle Algen, also auch Grünalgen und Fadenalgen nachts Sauerstoff verbrauchen.

Übermäßige Algenbildung, insbesondere eine „Algenblüte“ im Frühjahr oder Sommer bringt die gesamte Teichbiologie in Gefahr. Dem gilt es vorzubeugen…

Jürgen Saladin

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Algen im Gartenteich – Ursachen und Bekämpfung von Fadenalgen und Schwebealgen im Gartenteich – Oase TV Experteninterview mit Tipps gegen grünes Wasser im Teich

Diplom-Biologe Dr. Herbert Rehms – Experte für Mikrobiologie, Biochemie und Wasseranalytik – gibt in diesem Experteninterview von Oase TV einen umfassenden Überblick über die Problematik von Fadenalgen, Grünalgen und Schwebealgen.

Insbesondere erklärt er, wie Sie, als engagierter Teichbesitzer Ihren Gartenteich vor der unerwünschten Massenvermehrung von Fadenalgen, Schwebe- und Grünalgen schützen können.



Das komplette Interview zum Nachlesen:

Frage Frau Fischer:
Mit welcher Art von Algen muß ich in der Regel in meinem Gartenteich rechnen?

Antwort Dr. Herbert Rehms:
Ja, welche Art von Algen kann ich zwei Worten nicht beantworten, denn es gibt tausende verschiedener Arten von Algen, je nach Wasserzusammensetzung und Wasserqualität, die da entsprechend vorkommen.

Generell kann man die Algen einteilen in zwei große Gruppen. Das erste sind die Schwebealgen. Das sind mikroskopisch kleine Algen, die entsprechend ihrem Namen frei im Wasser schweben. Die sieht man gar nicht mit bloßen Auge.

Die führen nur dazu, daß das Wasser grasgrün wird und man die Fische letztendlich nicht mehr sehen kann.

Die zweite Gruppe sind die Fadenalgen. Die Fadenalgen wachsen auf festen Sedimenten, auf Steinen, auf Schläuchen, auf der Teichfolie und fallen dann dadurch auf, dass sie als meterlange Schnüre quer durch den Teich gehen und sich dadurch immer wieder den Unmut der Teichbesitzer zu ziehen.

Frage Frau Fischer:
Bei der Anlage eines Teiches ist die Planung sehr, sehr wichtig – insbesondere die Lage des Gartenteiches. Was heißt dies im Hinblick auf Algen?

Antwort Dr. Herbert Rehms:
Algen sind Sonnenkinder. Je mehr Sonne ein Teich abbekommt, um so mehr können Algen wachsen. Algen wachsen mit Sonnenenergie, deshalb ist es wichtig, den Teich halbschattig anzulegen.

Eine gewisse Besonnung ist notwendig, damit das Wasser etwas wärmer wird und es den anderen Tieren auch gut geht – aber zuviel führt eben zu extensivem Algenwachtum.

Gleichzeitig sollte aber auch vermieden werden den Gartenteich unter großen Bäumen anzulegen, die als Schattenspender dienen sollen. Hier könnte viel Laub in den Teich fallen und das führt dann wiederum zu Nährstoffproblemen.

Wichtig ist aber auch, daß der Teich ausreichend tief angelegt wird. Am besten mit einer Tiefe von 1,5 Meter bis 2 Meter, weil nur dann das Wasservolumen so groß ist, daß das Teichwasser sich nicht übermäßig erwärmt und auch wirklich ein biologisches Gleichgewicht ausbilden kann.


interview oase tv algen im gartenteich teichbild klares wasser
So soll es sein: klares Wasser ohne Algen


Frage Frau Fischer:
Welche weiteren Fehler lassen sich denn vermeiden?

Antwort Dr. Herbert Rehms:
Ja wichtigste ist eigentlich, daß vermieden wird, daß Wasser von außen in den Teich reinfließt. Der häufigste Fehler, der immer wieder gemacht wird, ist, daß der Teich an der tiefsten Stelle des Gartens angelegt wird – mitten im Rasen beispielsweise.

Ist der Teich fertiggestellt und eingerichtet, wird der umliegende Rasen entsprechend gedüngt. Diese Dünger sind wasserlöslich und beim nächsten Regenschauer kommt der ganze Dünger von oben in den Teich rein.

Die Algen benötigen die selben Nährstoffe, wie das Gras des Rasens und ruckzuck ist der Teich so grün, wie der Teichbesitzer seinen Rasen gerne hätte.

Frage Frau Fischer:
Von welcher Art von Teichen sprechen wir hier. Geht es um Teiche mit Fischbesatz, ohne Fischbesatz oder um beide Arten?

Antwort Dr. Herbert Rehms:
Nun – das sind generelle Probleme, unabhängig ob Fischbesatz drin ist oder nicht. Aber bei Fischbesatz muß man natürlich beachten, daß man eine Vorsorgepflicht hat für die Fische.

Die Tiere müssen artgerecht gehalten werden. Dadurch, daß Fische den Teich durch ihre Ausscheidungen und das Futter entsprechend belasten und ständig Sauerstoff benötigen ist es ganz wichtig, daß Fische in einem Teich gehalten werden, wo Sauerstoffzufuhr durch eine entsprechende Wasserumwälzung und Filtertechnik 24 Stunden am Tag gewährleistet ist.


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Dipl. Biologe Dr. Rehms im Interview bei Oase TV


Frage Frau Fischer:
Sie haben jetzt einige präventive Maßnahmen genannt. Aber stellen wir uns einmal vor, ich gehe in meinen Garten, schau auf meinen Teich – und da sind sie schon, die Algen. Was tue ich denn dann?

Antwort Dr. Herbert Rehms:
Wenn die Algen anfangen mich zu stören, bin ich zur Handlung gezwungen. Das erste bei grünem Teichwasser ist die Installation einer entsprechenden Filteranlage. Damit lassen sich Schwebealgen heute problemlos im Griff behalten.

Das zweite Problem sind die Fadenalgen. Die kommen sozusagen als Folge einer vernünftigen Filtertechnik. Fadenalgen brauchen eine gute Wasserqualität und klares Wasser, um wachsen zu können.

Aber Sie führen dadurch, daß sie optisch so unschön aussehen und als meterlange Schnüre quer durch den Teich gehen, einfach dazu, daß man sie nicht haben will.

Dann bleibt nur die Fadenalgen mechanisch abfischen oder durch Einsatz entsprechender Biozide dieses Algen zu bekämpfen. Es gibt Produkte mit Aktiv-Sauerstoff, die sehr schonend die Fadenalgen abtöten.

Es gibt allerdings auch Produkte, die Schwermetalle enthalten, wie zum Beispiel Kupfersulfad, die neben den Algen auch die Filterbiologie abtöten können. Diese Produkte sollte man nicht einsetzen.

Frage Frau Fischer:
Wenn ich mich entschieden habe zu Handeln. Heißt dann „Einmal entfernt – immer entfernt“ – oder muss ich dann mehrmals ran?

Antwort Dr. Herbert Rehms:
Das trifft zu auf die Schwebealgen. Wenn ich eine vernünftige Filteranlage installiert habe, kann ich die Schwebealgen immer auf einem Niveau halten, wo sie nicht stören.

Das trifft nicht zu auf die Fadenalgen. Die Fadenalgen wachsen grundsätzlich da, wo Nährstoffe vorhanden sind.

Das ist wie Unkraut jäten im Garten – wenn es zu viel wird, muss ich da ran und die Fadenalgen wieder entfernen.

Frage Frau Fischer:
Das heißt: Man muss Einiges bedenken, man muss Einiges tun – aber es ist kein unlösbares Problem?

Antwort Dr. Herbert Rehms:

Nein – ein Teich ist eigentlich ein ständiger Quell der Freude. Man muss sich ab und an auch ein bisschen darum kümmern…

Jürgen Saladin

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Oase TV – Das erste Web TV-Magazin rund um das Thema Gartenteich – Highlight: Interview mit Dipl.Biologe Dr. Rehms über die Bekämpfung von Grünalgen und Fadenalgen

Heute präsentieren wir Ihnen eine absolute Neuheit, die mir selbst auch erst seit einigen Tagen bekannt ist:

Oase TV – TV Magazin zum Thema Gartenteich

Das erste TV-Magazin, dass sich ausschließlich den Thema „Wasser im Garten“ widmet.

Oase liefert damit das erste professionell produzierte Web-TV-Magazin, das sich ganz gezielt an Gartenteichliebhaber richtet.

Das sagen die Macher von Oase TV:

„OASE-TV möchte Sie inspirieren – mit Anregungen für die kreative Gestaltung von Garten und Terrasse und faszinierenden Ideen mit Wasser und Licht – damit Sie sich Ihre ganz persönliche Wohlfühloase schaffen können.

Wir möchten Sie begleiten – beim Aufbau und der richtigen Pflege Ihres Gartenteiches, ob mit oder ohne Fischbesatz.

Wir geben Einblicke – in Technik und Funktion innovativer und hilfreicher Produkte – vom Teichfilter bis zur Teichpumpe, vom Wasserspiel bis zur Beleuchtung.“

Sehr interessante Themen rund das Thema Gartenteich

In der ersten Sendung geht es um sehr interessante Themen, von denen ich Ihnen, zwei ganz besonders ans Herz legen möchte.

1. Beitrag: Wie entstehen Algen

Der Teichbesitzer kennt sie nur zu gut – Algen. Aber wie entstehen Algen eigentlich?

>> Direkt zum TV-Beitrag „Wie entstehen Algen“

2. Ein Interview mit Dipl.Biologe Dr. Rehms

Dr. Rehms – ein bekannter Diplom Biologe – im Gespräch über die Bekämpfung von Grün- und Fadenalgen in Gartenteichen.

Im Bild unten sehen Sie mich mit Dr. Herbert Rehms, dem „Erfinder“ der BioKick Starterbakterien nach einem Vortrag über mikrobiologische Vorgänge in einem Gartenteich.

Dr. Herbert Rehms ist Diplom Biologe, Experte für Mikrobiologie, Biochemie und Wasseranalytik und betreibt ein eigenes Forschungslabor.


Dr. Rehms und Jürgen Saladin

>> Direkt zum Interview mit Dr. Rehms

Dr. Herbert Rehms erklärt welche verschiedenen Algenarten es gibt, wie sie entstehen und was der Gartenteichliebhaber gegen sie unternehmen kann.

Im Mittelpunkt stehen die Grünalgen und die Fadenalgen, die beiden Algenarten, die den meisten Garteichbesitzern die meisten Sorgen bereiten.

Oase TV – Die komplette Sendung

Die ganze Sendung dauert über 20 Minuten und liefert noch weitere sehr schöne Beiträge mit vielen Tipps für Teichliebhaber.

>> Hier klicken, um die ganze Sendung anzuschauen

Jürgen Saladin