GFK-Teichbecken vom Nachbarn – Gartenteich oder „Überdimensioniertes Aquarium?

Dies ist ein Gastbeitrag von Teichreportleser Peter Mayer, der sich gar nicht so richtig als „Teichbesitzer“ fühlt, sich aber trotzdem sehr viel Mühe mit seinem „überdimensioniertem Aquarium“ (Teichvolumen 1,5 m³) im Vorgarten gibt!


Kleiner Teichbericht – von Peter Mayer

Ich habe lange überlegt ob Ihnen auch einen kleinen Erfahrungsbericht senden soll, weil ich mich eigentlich gar nicht als Teichbesitzer fühle, sondern eher als „Pfützenbesitzer“.

Egal in welchen Medien – wenn über Gartenteiche berichtet wird, handelt es sich immer um Teichgrößen jenseits von 10 m³.


Der GFK-Fertigteich vom Nachbarn

Mein Vorgarten ziert aber ein kleiner GFK-Fertigteich mit einem Volumen von nur 1,5 m³ und einer Tiefe von 70 cm.

Diesen Teich habe vor einigen Jahren von einem älteren Herrn aus unserer Nachbarschaft geschenkt bekommen, der nicht recht glücklich damit war.

Die erste Saison verlief ohne nennenswerte Probleme, die Wasserwerte waren stabil. In der zweiten Saison begann die Algenblüte und ich besann mich auf meine langjährige Erfahrung als Aquarienbesitzer.

Jetzt musste erst einmal ein Filter her.

Nach dem Abpumpen der grünen Pampe, Generalreinigung und Umsetzen des Teichs in meinen Vorgarten begann ich mit der Neugestaltung. Die Goldfische habe ich ebenso übernommen. Die sind mittlerweile schon über 12 Jahre alt, ebenso die Seerose.

Bei meinem Aquarienhändler erstand ich damals günstig („Ladenhüter“) einen Eheim Teich-Innenfilter. Das vorgesehene Filtermaterial der Fa. Eheim ersetzte ich durch Bio Balls mit der Folge, dass der Filter nicht am Teichboden blieb, sondern aufgrund des geringeren Gewichtes aufschwamm. Dies behob ich mit Anhängen von Betonsteinen seitlich am Filter.

Einige Jahre ging alles gut

Einige Jahre hat das auch gut funktioniert. Vermutlich hat in dieser Zeit auch das Wetter mitgespielt. Es gab keine extremen Wettersituationen. Im Herbst und im Frühjahr machte ich immer einen Teilwasserwechsel.

Im Winter hält bis jetzt der Oase Eisfreihalter zuverlässig einen offenen Bereich.


Der Lohn der Arbeit…
Im Sommer 2008 drohte aber nach einer Hitzeperiode der Teich zu kippen und ich ersetzte den Innenfilter durch einen Gardena Aussenfilter.

Bei der Suche nach einem geeigneten Außenfilter hat mir Ihr Teichreport sehr viel geholfen.

Eigentlich wollte ich bei Ihnen eine Oase Filteranlage ordern, musste aber feststellen, dass diese Anlagen für meinem „Pfütze“ überdimensioniert sind.

Einige „Probleme“ gibt es allerdings. Zum einen zerstört der Seerosenblattkäfer jedes Jahr zahlreiche Blätter und lässt sich einfach nicht ausrotten.

Eine starke Ablagerung von Kalk an der Teichwand, an Pumpe, Steinen und teilweise auch an Pflanzen stört mich auch. Diese Ablagerungen (Leitungswasser 17°dH) treten meist ein Jahr nach der Reinigung auf.

Diese Beobachtung habe ich auch bei meinem großen Aquarium gemacht und ist in der Literatur (Wikipedia) unter biogener Entkalkung beschrieben. Bei harten Gewässern muss man damit leben.

Pflanzsubstrat selbst hergestellt

Unterschiedliche Erfahrung habe ich mit Pflanzsubstraten für die Wasserpflanzen gemacht. Alle bringen immer rasantes Algenwachstum und die Wüchsigkeit der Pflanzen hält oftmals nicht lange an, egal welche Qualität man kauft. Eine selbst gemachte Mischung aus gewaschenem Spielplatzsand und Lehm unter Beigabe von Laterit hat sich am besten bewährt.

Dieser Laterit der Firma Dupla (wurde aus Sri Lanka importiert) konnte man in Pulverform oder als Kugeln im Zoofachhandel erwerben. Leider gibt es diese Firma seit längerem nicht mehr. Nun bin ich auf der Suche nach einer neuen Quelle.

Das „überdimensionierte Aquarium“ im Vorgarten von Peter Mayer

Fazit: Ein kleiner Teich verhält sich eher wie ein großes Aquarium und ist pflegeintensiver.

Herzliche Grüße aus Bayern

Peter Mayer


Ich danke Herrn Mayer für die schönen Bilder und seine Erlaubnis, diesen Beitrag in Teichreport’s Blog zu veröffentlichen.

Jürgen Saladin www.teichreport.de


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