Teich-Pflanzenfilter ausgeräumt – Wurzel duchsticht PVC Folie – Überraschung unter der Teichfolie + 3 Praxis-Tipps

"Koi-Verrückter der alles selber baut" – so stellt sich Roland in seinem YouTube Kanal vor. 

In einem Teichtagebuch dokumentiert er alle Vorgänge an seinem Koiteich und gibt wertvolle Praxistipps.

In diesem Gastartikel zeigt er im Detail, was er entdeckt hat, als er seinen Pflanzenfilter ausgeräumt hat.


Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und schauen sich an, was sich unter der Teichfolie von Roland’s Pflanzenfilter für seinen Koiteich abgespielt hat:


Roland`s Koiteich: Die Ausgangslage im Mai 2014

Die Kois sind wohlauf, haben regen Appetit und sind sehr agil.

Das Teichwasser ist nach wie vor schön klar. Roland betreibt seinen Teich mit einem Ozongenerator – im Frühjahr noch auf ganz kleiner Stufe.

Die Teichanlage von Roland wird zum Zeitpunkt der Videoaufnahme umgebaut und gleicht einer Baustelle.

Teichtagebuch Koiteich Roland: O-Ton Roland:

"Vor einiger Zeit habe ich mich entschlossen mein Pflanzfilterbecken auszuräumen.

Hier habe ich dann eine Entdeckung gemacht. Man könnte auch sagen es ist ein gewisser Baufehler.

Beim Freischaufeln dieses Pflanzbeckens habe ich folgende Entdeckung gemacht. Ich denke Ihr könnt ganz gut sehen, was hier passiert ist:

Die Pflanzenwurzel hat ein ordentliches Loch durch die Teichfolie gestochen.

koiteich gartenteich pflanzenfilter wurzel
Pflanzenwurzel sticht Loch in PVC-Teichfolie

Einfache PVC-Teichfolie verwendet

Ich habe hier eine 1mm starke PVC-Teichfolie verwendet. Dies ist jetzt hier keine geschweißte Stelle, sondern lediglich eine kleine Falte.

Wie Ihr seht gibt es hier noch eine zweite Durchstichstelle. Bepflanzt war das Becken mir herkömmlichen Schilf.

Ja. Hier meine Empfehlung an alle, die planen ein Pflanzbecken oder ein Pflanzfilterbecken zu bauen: Verwendet hochwertige Teichfolie.

Ich habe eine 1 mm starke PVC-Folie verbaut und die wurde ohne Probleme durchstochen.

Viel Arbeit: Enormes Wurzelwerk entfernt

Ich möchte euch noch zeigen, wie viele Wurzelballen ich aus diesem Pflanzenfilter hier heraus geholt habe, wobei dies nur noch der letzte Rest ist.

Hier könnt Ihr einen Teil der Wurzeln sehen, die ich aus diesem Pflanzfilterbecken heraus geholt habe. Dies ist ein richtiges Wurzelgeflecht.

Es sind auch diese groben Wurzelstücke dabei.

Also wann immer Ihr vorhabt oder plant, einen Pflanzenfilter in euer Teichbecken zu integrieren, denkt doch daran, dass es sehr viel Arbeit ist, diese Pflanzen einmal wieder zu entfernen.

Für mich steht fest: Meine Pflanzen am Teich kommen nur in noch Pflanzkörben wo man sie auch regelmäßig zurückschneiden kann beziehungsweise, wo man auch mal einen Teil der Pflanzen entfernen kann.

koiteich gartenteich pflanzenfilter wurzelballen
Enorme Massen an Wurzelwerk verursachen viel Arbeit

Gewaltige Wurzelstränge unter der Teichfolie

Nun wieder zurück an der eigentlichen Baustelle. Ich habe die Teichfolie etwas zurück geschlagen.

Ihr könnt hier ganz gut sehen, was sich unter der Folie abgespielt hat.

Von dieser Durchstichstelle durch die Teichfolie da drüben, haben sich die Wurzeln unter der Folie durch einen Weg verschafft auf die andere Seite des angelegten Teiches, um dann hier am Rand herauszuwachsen.

Hier kann man das Schilf noch gut erkennen. das jetzt wieder beginnt ordentlich auszutreiben.

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Schilf – unter die Teichfolie durch an die andere Seite des Teiches

Wahnsinns-Wurzelgeflecht trotz tonnenschweren Drucks

Ich habe jetzt die Teichfolie ganz herausgenommen.

Jetzt könnt ihr sehen, was sich unter der Teichfolie ein Wahnsinns-Wurzelgeflecht entwickelt hat.

Bei der Auswahl der Pflanzen für den Pflanzenfilter sollte man auch schon Acht darauf geben, welche Pflanzen man verwendet. Es gibt rhizombildende Pflanzen, wie dieses Schilf hier.

Was mich total fasziniert, ist die Tatsache, das auf diesen Rhizomen bzw. Wurzeln haben ein paar Tonnen Schotter und Wasser draufgedrückt und trotzdem haben die unter der Folie weiter gelebt.

Auf der anderen Seite des angelegten Teiches haben sie dann frische Triebe ausgebildet.

Da sieht man schon, welche Gewalt, welche Kraft diese Pflanzen haben. Das wird häufig unterschätzt.

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Enormes Wurzelgeflecht unter der Folie – Trotz einiger Tonnen Gewicht

Ich hoffe, ihr habt wieder ein paar Eindrücke mitnehmen können, um eventuelle Planung- oder Baufehler beim Teichbau zu vermeiden.

Roland O.


Ich danke Roland von YouTube Kanal "Koiroli" für diesen tollen Gastbeitrag.

Hier noch einmal die drei wichtigsten Tipps, die sich aus dem Bericht ergeben:

  • Verwenden Sie nur hochwertige Teichfolie
  • Pflanzen Sie Ihre Teichpflanzen immer in Pflanzkörbe
  • Vermeiden Sie wenn möglich rhizombildende Pflanzen

Jürgen Saladin

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Tannenwedel, Pfeilkraut, Hechtkraut, Schwanenblume, Zyperngras, Seekanne, Wasserknöterich und Wasserhahnenfuß – Pflanzen für die Flachwasserzone eines Gartenteichs – Ein Gastbeitrag mit Pflanztipps

Die Flachwasserzone reicht im See vom Ufer bis zur Halde, wo der Boden dann steil zum Seegrund hin abfällt. 

Wobei der Begriff Flachwasserzone untertrieben ist: An der Halde können es schon einmal mehrere Meter Tiefe sein.

Kleinere Dimensionen im Gartenteich

Im Gartenteich spielt sich das alles zwangsläufig in viel kleineren Dimensionen ab. Da reicht die Wassertiefe von 20 bis 60cm und fällt dann steil bis auf den Teichgrund in 90cm Tiefe und mehr ab.

Auch wenn die dicht bepflanzte Flachwasserzone rund um den Gartenteich nicht mehr als 50cm Breite ausmacht, so erfüllt sie doch zahlreiche Funktionen für den Lebensraum Teich:

  • Ihre Pflanzen stabilisieren mit ihren kräftigen Wurzeln das Uferprofil

  • sie entziehen dem Wasser viele Nährstoffe

  • verhindern damit eine Massenvermehrung von Algen

  • und klären das Teichwasser.

Fische, Amphibien und Kleinlebewesen finden hier Versteckmöglichkeiten, Haftlaichern dienen sie zur Eiablage.


Blick auf einen natürlich und harmonisch gestalteten Gartenteich

(Foto: Matthias Wilke, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported) http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/0d/Gartenteich.jpg

Röhrichtpflanzen und Schwimmblattpflanzen

Die Flachwasserzone wird vom Ufer her mit Röhrichtpflanzen besiedelt. Zur Gewässermitte hin schließen sich die Schwimmblattpflanzen an. 

Gemeinsam ist beiden, dass sie mit ihren Wurzeln im schlammig-sandigen Untergrund wurzeln und mit ihren Stängeln und Blättern mindestens bis zur Wasseroberfläche und darüber hinaus reichen. 

Pflanzkörbe verwenden

Unter den Röhrichtpflanzen sind besonders die klein bleibenden Rohrkolbenarten geeignet. Sie haben aber ein kriechendes Rhizom, mit dem sie sich bald flächendeckend in der Flachwasserzone und darüber hinaus ausbreiten würden. 

Daher setzt man sie nicht direkt in den Teichboden, sondern in einen Pflanzkorb, der mit einem Gemisch aus Teicherde und Kies gefüllt ist. So kann man sie leichter in Zaum halten. 

Zyerngras ist nicht winterfest

Auch Papyrus und Zyperngras setzt man in Pflanzkörbe, denn die prachtvollen exotischen Gräser sind nicht winterfest und müssen im Spätherbst ins Winterquartier umgesiedelt werden. 

Gemeinsam ist diesen Röhrichtpflanzen, dass ihre Stängel Kanäle und Hohlräume haben, in denen sie atmosphärische Luft, Sauerstoff und Kohlendioxid von den Blättern bis in die Wurzeln leiten. 

Daher ist es für sie relativ egal, ob sie in 20 oder 60cm Wassertiefe wachsen. Sie sind als Wasserstandschwankungen hervorragend angepasst. 

Tannenwedel, Pfeilkraut, Hechtkraut und Schwanenblume

Richtung Teichmitte folgen auf die Röhrichtpflanzen einige der schönsten Teichpflanzen, die mit ihren markanten Blattformen und leuchtenden Blüten wesentlich zum Flair des Gartenteichs beitragen: 

  • Der Tannenwedel, der mit seinen leuchtend grünen Trieben weit über die Wasseroberfläche hinauswächst

  • das Pfeilkraut mit seinen lanzenförmigen Blättern

  • das Hechtkraut mit leuchtend blauen Blüten und 

  • die Schwanenblumen mit zartrosa blühenden Dolden, um nur einige der schönsten Vertreter zu nennen. 

Seekanne, Wasserknöterich und Wasserhahnenfuß

Sie werden schließlich von Schwimmblattpflanzen abgelöst, deren Blätter sich auf der Wasseroberfläche ausbreiten. 

Dazu gehören zahlreiche Laichkrautarten, die Seekanne, der Wasserknöterich und der Wasserhahnfuß. 

Schließlich treibt der Wind auch einige kleinere Schwimmpflanzen wie die Wasser- und Teichlinsen, den Schwimm- und den Algenfarn in die Flachwasserzone. 

Hier sammeln sie sich zwischen den aus dem Wasser ragenden Stängeln und Trieben der Wasser- und Sumpfpflanzen.

Tipp: Am Sitzplatz Flachwasserzone unbepflanzt lassen

Um das Teichleben vom Sitzplatz aus ungestört beobachten zu können, lässt man die Flachwasserzone im Vordergrund unbepflanzt oder verzichtet dort ganz auf den Flachwasserbereich. 

Hält man Goldfische, Kois oder andere Zierfische im Teich, dann kann man sie hier gut anfüttern und sie werden bald zutraulich und handzahm. 

Am gegenüberliegenden Ufer wird die die Flachwasserzone dagegen dicht bepflanzt. 

In den Hintergrund in Ufernähe kommen die hohen Röhrichtpflanzen, davor die über die Wasseroberfläche hinaus wachsenden mittelhohen Pflanzen und davor schließlich die Schwimmblattpflanzen. 

Seerosen in der Teichmitte

Die Teichmitte bleibt bis auf ein oder zwei Seerosen frei. 

Die seitlichen Flachwasserbereiche werden nur mit knapp aus dem Wasser ragenden Wasser- und Sumpfpflanzen bestückt, die landeinwärts von Pflanzen der Uferrandzone abgelöst werden. 

Durch diese Staffelung gewinnt der Teich an räumlicher Tiefe.


Ich danke der Redaktion von gartenteich-ratgeber.com für diesen interessanten Gastbeitrag.

Jürgen Saladin

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