Gartenteich im Winter – Teichbiologie bei Kälte und Frost – Oase TV Experteninterview mit hilfreichen Tipps für Gartenteichbesitzer

Oase Produktmanager für Filter- und Wasserqualität Boris Klotz steht in diesem Experteninterview von Oase TV Rede und Antwort zu dem Thema „Der Gartenteich im Winter“.

Insbesondere erklärt er Veränderungen der Teichbiologie im Winter und welche Auswirkungen dies im einzelnen auf den Fischbesatz hat.



Das komplette Interview zum Nachlesen:

Frage Frau Fischer:
Was sind Veränderungen, die rund um den Gartenteich vonstattengehen, wenn sich erste Eisschichten auf der Teichoberfläche bilden?

Antwort Boris Klotz:
Generell kommt der Teich über den Winter zur Ruhe. Die biologischen Abbauprozesse laufen stark verlangsamt ab, Pflanzen stellen das Wachstum ein oder sterben ganz ab und die Tiere ziehen sich in tiefere Regionen zurück und bewegen sich entsprechend kaum noch.

Ein weitverbreiteter Irrtum ist allerdings, daß Mikroorganismen über den Winter komplett absterben. Die Stoffwechselprozesse arbeiten sehr, sehr verlangsamt, aber sie sind dennoch vorhanden. Jeder, der schon einmal verdorbene Lebensmittel aus dem Kühlschrank geräumt hat, kann dies bestätigen.

Entsprechend heißt dies, daß im Winter auch Faulgase produziert werden und auch Sauerstoff verbraucht wird.

Frage Frau Fischer:

Wie verhalten sich denn die Fische in den kalten Tagen am Gartenteich?

Antwort Boris Klotz:
Fische halten keinen Winterschlaf, aber sie gehen dennoch in eine „Winterruhe“ über. Dies bedeutet, sie ziehen sich in tiefere Wasserregionen zurück, die Atmung wird entsprechend flacher und die Bewegungen werden auf ein Minimum reduziert.

Eine Ausnahme sind dabei Störe. Die müssen für ihre Atmung ständig schwimmen, sie tun es zwar deutlich langsamer, aber sie müssen sich ständig bewegen.

Generell nehmen die Fische aber trotzdem noch Nahrung auf. Einmal die Woche kann man – aber bitte sehr, sehr sparsam – etwas Sinkfutter zugeben.



Oase Produktmanager Boris Klotz im Interview bei Oase TV


Frage Frau Fischer:

Wo liegen denn ganz spezielle Gefahren für den Fischbesatz im Winter?

Antwort Boris Klotz:
Ja, da gibt es leider eine ganze Menge.

Der erste Punkt ist, daß Die Fische mindestens eine Wassertemperatur von 4 Grad Celsius benötigen. Wenn die Temperatur darunter sinken würde, können sich sogar Eiskristalle in den Kiemen bilden, woran die Tiere tatsächlich auch sterben können.

Die Natur hat dafür einen natürlichen Schutzmechanismus entwickelt. Es gibt die sogenannte „Dichte-Anomalie des Wassers“. Dies bedeutet, dass Wasser mit 4 Grad Celsius die höchste Dichte hat und dementsprechend nach unten sinkt. Das heißt ab einer Tiefe von 1,5 Meter bildet sich eine natürliche Schutzschicht mit 4 Grad Celsius aus – völlig egal wie kalt es draußen ist und wie dick die Eisschicht ist.

Im Gartenteich heißt dies, daß er mindestens 1,5 Meter Tiefe haben sollte. Bleibt die Filteranlage über den Winter in Betrieb, sollte die Pumpe höher gesetzt werden oder Bodenabläufe geschlossen werden.

Ein zweiter wichtiger Punkt ist, daß der Teich durch eine Eisschicht komplett gegenüber der Atmosphäre isoliert ist. Das bedeutet, daß schädliche Faulgase, wie etwa Schwefelwasserstoff, nicht entweichen können und Sauerstoff im Gegenzug nicht in den Teich kommen kann.

In einem natürlichen See ist das alles kein Problem, da dieser deutlich mehr Wasser hat. In einem Gartenteich sollte man unbedingt dafür sorgen, daß man eine kleine Stelle eisfrei hält, damit die Gas entsprechend ausgetauscht werden können.

Der dritte wichtige Punkt ist die Winterruhe der Fische. Das heißt, wenn Kinder auf der zugefrorenen Eisfläche spielen oder ein gutgemeintes Aufhacken der Eisfläche gemacht wird, kann dies wirklich fatale Folgen haben. Die Fische werden aufgeschreckt, die Stoffwechsel fahren rapide nach oben und dadurch kann es zu Fischsterben kommen.

Frage Frau Fischer:

Wie sehen den die klassischen Vorbereitungen für den Winter aus?

Antwort Boris Klotz:
Bereits im Herbst wird der Grundstein gelegt für die sichere Überwinterung der Tiere. Abgestorbenes Pflanzenmaterial sollte entfernt und die Teichpflanzen zurückgeschnitten werden.

Der Teichgrund sollte mit einem Pondovac Teichschlammsauger abgesaugt werden, damit im Winter keine Faulgase entstehen können.

Der Teichbesitzer sollte weiterhin darauf achten, daß die Fische entsprechend konditioniert werden. Also im Herbst schon einmal prüfen, ob die Tiere Erkrankungen haben, wie etwa Parasitenbefall, damit man noch rechtzeitig vor dem Winter reagieren kann.

Man kann eine kleine Kur machen mit den Tieren, wobei Vitamine zugeführt werden und Wunden behandelt werden.

Ganz wichtig ist es die Wasserqualität noch einmal zu überprüfen.



Frage Frau Fischer:

Wie bietet Oase seinen Kunden an, um eine komplettes Zufrieren der Eisfläche zu verhindern?

Antwort Boris Klotz:
Nur die wenigsten Teichbesitzer haben die Möglichkeit ihren Teich komplett abzudecken, um das Zufrieren zu verhindern. Wir bieten technisch eine Lösung.

Mit unseren Icefree 20 haben wir schon seit längerem einen Eisfreihalter im Sortiment, der mittels einer kleinen Pumpe das Tiefenwasser ausnutzt und an die Oberfläche fördert. Dadurch verhindert man das komplette Zufrieren des Teiches. Dies funktioniert aber nur bei tieferen Teichen.

Aktuell haben wir mit dem Icefree Thermo einen Eisfreihalter im Sortiment, der ein aktives Heizelement integriert hat. Das heißt, es wird aktiv geheizt.

Das größere Modell Icefree Thermo 330 besitzt zusätzlich einen integrierten Frostwächter, der das Gerät nur dann aktiviert, wenn tatsächlich auch Frostgefahr besteht. Das hilft natürlich auch Energie zu sparen.

Jürgen Saladin

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